Hallo und herzlich willkommen auf meiner Homepage,
Im Jahr 1992 hatte ich während meines Ingenieurstudiums einen merkwürdigen Einfall: Könnte man mit Hilfe eines
Hohlraumresonators einen Elektromotor bauen? Dieser Frage nachzugehen erschien mir verlockend, denn ein solcher Motor
hätte ein leichtes Gewicht im Gegensatz zu den üblichen Motoren mit ihren schweren Blechkernen, die ich bis dahin
kennen gelernt hatte. In einem ersten Schritt fand ich eine Möglichkeit, wie sich in einem zylindrischen Resonator
ein Drehfeld mathematisch beschreiben lässt und wie man es physikalisch erzeugen kann. Danach berechnete ich mit Hilfe
vereinfachter Annahmen, wie groß das Anfahrmoment eines solchen Motors wäre und stellte ernüchtert fest, dass dieses
extrem klein wäre. Für praktische Anwendungen würde diese Maschine nicht in Frage kommen und ich stand kurz davor, dieses
Thema ad acta zu legen.
Das es nicht dazu kam lag daran, dass ich es wie jeder Student gewohnt war, zur Übung Aufgaben durchzurechnen. Ich stellte
mir also vor, dass dieser Motor prinzipiell funktionsfähig war. Das würde heißen: perfekte reibungsfreie Lager und hohe
Feldstärken, um die Rotation des Läufers zu ermöglichen. Dann lautete die nächste Frage: welchen Zusammenhang gibt es
zwischen Drehmoment und Drehzahl bei dieser Maschine? Ich untersuchte dazu wie das Magnetfeld aussieht, wenn man es vom
sich drehenden Rotor aus betrachtet und kam bei meinen Berechnungen bald in Schwierigkeiten. Bei einer Fehleranalyse
stellte ich fest, dass mit dem Ansatz etwas nicht stimmte: Ich hatte für den Rotor eine Transformation analog zur
Galilei-Transformation verwendet. In einem Hohlraumresonator gelten nun die Maxwellschen Gleichungen,
die elektromagnetische Felder beschreiben, in ihrer vollständigen Form.
Dunkel erinnerte ich mich an die Grundvorlesungen der Physik. Die Spezielle Relativitätstheorie lehrt, dass für die
Maxwellschen Gleichungen eine ganz andere Transformation gilt, die Lorentz-Transformation. Die Galilei-Transformation
erwies sich demnach als unbrauchbar. Doch auch die Lorentz-Transformation schien mir für die Lösung meines Problems nicht
geeignet zu sein, da die Spezielle Relativitätstheorie nur eine bestimmte Sorte von Bezugssystemen verwendet: geradlinig
gleichförmig bewegte Systeme (Inertialsysteme). Bei dieser Maschine aber hatte ich es jedoch mit einem rotierenden
Bezugsystem zu tun, in dem infolge der ständigen Richtungsänderung eine Beschleunigung vorhanden ist.
Aus der populärwissenschaftlichen Literatur war mir nun bekannt, dass man bei Vorhandensein von beschleunigten
Bezugsystemen auf die Allgemeine Relativitätstheorie ausweichen muss. Hier lassen sich physikalische Gesetze
(wie z. B. die Maxwellschen Gleichungen) so formulieren, dass sie auch in beschleunigten Bezugssystemen angewendet werden
können. Um meine verrückte Idee weiter zu spinnen wollte ich herausfinden, wie das funktionierte.
Ich arbeitete mich in die A.R. ein, was mich eine Menge Zeit und Mühe kostete [gelohnt hat sich das Selbststudium
auf jeden Fall, denn die A.R erweist sich als eine elegante und schöne Theorie; es hat viel Spaß gemacht 8-)].
Die Theorie erschien mir als brauchbares Hilfsmittel, meine Aufgabe zu lösen. Sie liefert (sofern sich der Weg als sinnvoll
erweist) nicht nur eine Aussage über das elektromagnetische Feld vom Rotor aus sondern auch gleichsam
als Nebenprodukte zwei weitere Aussagen:
Eine mögliche Transformationsvorschrift vom ruhenden in das rotierende System und ein sogenanntes metrisches Feld,
welches sich in Gestalt eines künstlichen Gravitationsfeldes (Zenrifugalkraft) äußert.
Mit Hilfe des elektromagnetischen Feldes lässt sich dann berechnen, wie das Drehmoment des Motors von der Drehzahl
abhängt. Der Motor könnte daher auch zum Test der A.R. verwendet werden.
Mehr darüber berichte ich in meinem Artikel über die relativistische Asynchronmaschine in dieser Homepage.
Da der Artikel in Eigeninitiative und ohne Gedankenaustausch mit in der A.R. erfahrenen Fachleuten stattfand, gehe ich
davon aus, das er einige Fehler enthalten dürfte. Mich würde daher - und deshalb erstellte ich diese Homepage - die
Meinung von Ingenieuren oder Physikern, die mit der Materie vertraut sind, sehr gerne interessieren. Hinweise zu
Korrekturen und Anmerkungen zum Artikel sind erwünscht und können mir unter
admin@relativistische-asynchronmaschine.de
zugesandt werden.
Zur Darstellung von Formeln ist die Auszeichnungssprache MathML gut geeignet.
Da gegenwärtig nur wenige Browser MathML zufriedenstellend wiedergeben können oder noch oft
ältere Browser in Gebrauch sind, werden zum Herunterladen aus XML generierte PDF-Dateien angeboten. Für die XML-Version selbst
ist nach meiner Erfahrung Firefox 3.0 als Browser am besten geeignet.
Vielen Dank an dieser Stelle für euer Interesse.
©24.01.2009 T. Schneider