1 Quanten-Hall-Effekt
2 Relativistischer Quanten-Hall-Effekt
3 Literatur
4 Impressum
Der Quanten-Hall-Effekt ermöglicht eine sehr genaue Widerstandsmessung, da hier der Hall-Widerstand nur
von Naturkonstanten abhängt. Zur Herleitung gehen wir von einer elektrisch leitenden Platte aus, die die
Dicke d, die Breite b und die Länge l besitzt.
Die Platte wird der Länge nach von einem Strom Iy durchflossen.
Senkrecht zur Platte liegt ein magnetisches Feld der Stärke Bz.
Infolge dessen wird auf ein einzelnes Elektron die Lorentzkraft
KL=lBzIy/N
ausgeübt (N = Anzahl aller in der Platte vorhandenen Elektronen). Die sich am Rand aufstauenden bzw.
fehlenden Elektronen verursachen ein elektrisches Feld EH, dessen Kraft
KH=-eEH (1.1)
auf die Elektronen die Lorentzkraft kompensiert. Es ergibt sich für die Hall-Spannung
UH=bEH=-blBzIy/(Ne) .
Gilt für die Plattenabmessungen d<<l, d<<b, so liegt ein 2-dimensionales Elektronengas vor.
Für die Zahl der Elektronen gilt
N=eblBzi/h, i=1,2,3,...
(h = Plancksches Wirkungsquantum).
Anschaulich kommt die Quantisierung dadurch zustande, dass die Elektronen infolge des starken Magnetfeldes
Kreisbewegungen ausführen (Zyklotronresonanz). Quantenmechanisch sind entlang dieser Kreisbahnen
nur stehende Wellen erlaubt.
Für die Hall-Spannung gilt dann
UH=-RHIy
mit dem Hall-Widerstand
RH=h/(ie2) .
Um den relativistischen Quanten-Hall-Effekt zu beschreiben, muss Gleichung (1.1) verallgemeinert
werden. Für die kovariante Form der Kraft gilt mit dem elektromagnetischen Feldstärketensor
Fµν:
Kµ=-eFµνuν
mit der Vier-Geschwindigkeit
(uν)=(u0,u1,u2,u3) .
Ferner gilt für die Lichtgeschwindigkeit:
c2=uνuν=gµνuµuν .
Um die Messung des Quanten-Hall-Effekts in einem Gravitationsfeld durchzuführen, wird von einem
ruhenden Versuchsaufbau z.B. an der Erdoberfläche ausgegangen. Es ist dann
(uν)=(u0,0,0,0)
und
c2=g00(u0)2 .
Es folgt dann für uν:
(uν)=[c/(g00)1/2,0,0,0] .
Damit gilt
Kµ=-eFµ0u0
oder in Komponentenschreibweise analog zu (1.1):
KH=-eEH/(g00)1/2 .
Der Wert für g00 ergibt sich aus der Schwarzschild-Metrik
| (gµν)= | ![]() |
1-rs/r | 0 | 0 | 0 | ![]() | |
| 0 | -1/(1-rs/r) | 0 | 0 | ||||
| 0 | 0 | -r2 | 0 | ||||
| 0 | 0 | 0 | -r2(sinθ)2 |
mit dem Schwarzschild-Radius
rs=2GM/c2 .
Daraus resultiert ein modifizierter Wert für RH:
R'H=RH(1-rs/r)1/2≈RH(1-GM/rc2) .
Für M und r sind dabei die Erdmasse bzw. der Erdradius einzusetzen. Daraus ergibt sich für
GM/rc2 ein Wert von etwa 7·10-10.
Gelänge es, die Messgenauigkeit des Quanten-Hall-Effektes auf wenigstens 10-12 zu steigern,
könnte die Gravitationskonstante G bestimmt werden.
Hermann Weyl, Raum, Zeit, Materie, 7. Auflage, Springer-Verlag, 1988
Torsten Fließbach, Allgemeine Relativitätstheorie, 2. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, 1995
Hajdu, Kramer, Der Quanten-Hall-Effekt, Phys. Bl., 41, (1985), 401-406
Titel: Der relativistische Quanten-Hall-Effekt
Verfasser: Tilmann Schneider
URL: http://www.relativistische-asynchronmaschine.de
E-Mail: admin@relativistische-asynchronmaschine.de
Rev. 3.0, 14.11.2009
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